| Das Prinzip der Harmonie

Martin Reißmann, Michael Zapf, Lukas Stenzel, Katja Haike, Manuel Gluske, Michael Lenz, Thomas Wendt (v.l.n.r.), Foto: Lars Stenzel

Am Sonntag nach den Internationalen Deutschen Kata-Meisterschaften bot sich die Möglichkeit sich von Welt- und Europameister Wolfgang Dax-Romswinkel und Ulla Loosen in Ju-no-kata ebenso wie von Vizewelt- und Europameister Sebastian Frey und Sei Kam Chow in Katame-no-kata weiterbilden zu lassen.

Thomas und Micha, Foto: Lars Stenzel

So konnten Micha und Thomas viele wichtige Details zu den Formen der Grifftechniken (Katame-no-kata) mitnehmen. Für beide war es von besonderem Interesse, mehr über die Bewertungskriterien zu erfahren, um diese für ihre Meisterschaftsteilnahmen auch zukünftig gewinnbringend einzusetzen. Zudem erhielten die Teilnehmer viele gute Anregungen zur Trainingsmethodik und Vermittlung der Techniken.

Katja und Manuel, Foto: Lars Stenzel

Nach dem Lehrgang vor 14 Tagen in Bremen ließen sich Katja und Manuel von Wolfgang Dax-Romswinkel und Ulla Loosen ein weiteres Mal in die bedeutungsvollen Formen des Nachgebens (Ju-no-kata) anleiten. Im Zentrum stand diesmal neben vielen sehr interessanten historischen Bezügen auch die Bedeutung des Ri-ai, das Prinzip der Harmonie. Unter diesem Prinzip werden fließende und geschmeidige Bewegungen verstanden, die letztlich das Wesentliche im Judo und vielen anderen japanischen Kampfkünsten darstellen.

Beeindruckt haben auch die präzisen Quellenangaben, auf die Wolfgang immer an geeigneten Stellen verwies. Wolfgang und Ulla stellten auch viele Bezüge zu anderen Judo-kata her, insbesondere zur Ko-shiki-no-kata (Formen der alten Techniken) aus der Kito-Ryu, die Kano Jigoro besucht hatte und eine der wichtigsten Schulen für die Entstehung des Kodokan-Judo war. Zudem war für die beiden Babelsberger Judoka interessant zu erfahren, dass die Ju-no-kata die einzige Kodokan-kata ist, die Kano-shihan in Gänze selbst kreiert hat. Alle anderen Kata haben ihre Ursprünge ganz oder teilweise in den klassischen Kriegskünsten Japans (Koryu-Bugei). 

Text: Manuel Gluske, Fotos: Lars Stenzel

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