| Erfolgreich bei den Landes-Kata-Meisterschaften 2014

Babelsberger Aktive und Zuschauer

Bei sonnigem Wetter starteten Micha, Thomas, René, Katja und Manuel in Begleitung von Kata-interessierten Babelsberger Judoka am frühen Morgen in Richtung Strausberg, um an den Landes-Kata-Meisterschaften teilzunehmen.

Vor den Augen der Wertungsrichter Hubert Sturm (8. Dan), Kaus Milow (7. Dan), Martin Reißmann (6. Dan), Dirk Krüger (5. Dan) und Klaus-Dieter Mielich (3. Dan) demonstrierten René und Manuel die Nage-no-kata (Formen des Werfens), Michael Lenz (Tori) und Thomas Wendt (Uke) die Katame-no-kata (Formen der Kontrolle) und Katja und Manuel die Ju-no-kata (Formen des Nachgebens).

René und Manuel zeigten die Nage-no-kata. Sie hatten in diesem Bereich starke Konkurrenz, konnten aber im Großen und Ganzen das Leistungsvermögen abrufen, das sie zu leisten im Stande sind. Die Nage-no-kata wurde als erste Kata von Jigoro Kano im Kodokan entwickelt. Sie besteht aus fünfzehn repräsentativen Wurftechniken, jeweils drei aus jeder der fünf Wurfgruppen gemäß Kodokan, mit denen die unterschiedlichen Wurfprinzipien veranschaulicht werden: Te-waza (Handtechniken), Koshi-waza (Hüfttechniken), Ashi-waza (Fuß- und Beintechniken), Ma-sutemi-waza (Gerade Selbstfalltechniken) und Yoko-sutemi-waza (Seitliche Selbstfalltechniken). Alle Techniken werden sowohl links als auch rechts ausgeführt. Durch üben dieser Kata werden die grundlegenden Formen des Gehens, der Körperhaltungen (Shisei, Shizentai und Jigotai) und korrektes Fallen (Ukemi-waza) trainiert. Teile der Nage-no-Kata werden bereits bei den Prüfungen zum 3. Kyu (grüner Gürtel), 2. Kyu (blauer Gürtel) und 1. Kyu (brauner Gürtel) verlangt. Eine Demonstration der kompletten Nage-no-kata wird bei der Prüfung zum 1. Dan verlangt.

In der Katame-no-kata konnten Micha und Thomas mit guten Leistungen überzeugen. Diese Kata, die auch für die Prüfung zum 2. Dan demonstriert werden muss, dokumentiert den Übergang vom Jujutsu zum Judo im Bereich der Bodentechniken. Sie wurde zwischen 1884 und 1885 von Jigoro Kano entwickelt und besteht aus fünfzehn repräsentativen Bodentechniken, jeweils fünf aus jeder der drei Gruppen Festhaltetechniken (Osae-komi-waza), Würgetechniken (Shime-waza) und Hebeltechniken (Kansetsu-waza), mit denen die unterschiedlichen Prinzipien veranschaulicht werden.

Katja und Manuel demonstrierten die Ju-no-kata. In Vorbereitung dieser Meisterschaft ließen sich Katja und Manuel noch im März dieses Jahres beim Kata-Geiko in Oldenburg von hochrangigen Experten in der Ju-no-kata anleiten und konnten viele neue Erkenntnisse zur Ausführung dieser Kata gewinnen. Wie in früheren Beiträgen schon erwähnt, sind die Bewegungen der Ju-no-kata geschmeidig. Diese Kata ist eine dynamische und ausdrucksstarke Kata, die Angriffs-und Verteidigungsmethoden beinhaltet. Jigoro Kano hat diese Kata um 1887 als Gegenpol beziehungsweise als Ausgleich zu den im Judo vorherrschenden Techniken entwickelt. Sie besteht aus drei Gruppen mit jeweils fünf Techniken. Besonders interessant ist auch, dass diese Judo-Kata sowohl von fortgeschrittenen Judoka als auch von Anfängern trainiert werden kann. Theoretisch ist zum Üben dieser Kata weder eine Judo-Matte (Tatami) noch ein Judoanzug (Judogi) notwendig. Die Demonstration der Ju-no-kata ist alternativ zur Kodokan-goshin-jutsu (Formen der neuen Selbstverteidigungstechniken) für die Prüfung zum 4. Dan vorgesehen.

Im Anschluss führten Manuel und René die Kime-no-kata vor. Beide demonstrierten die Kata außerhalb der Bewertung, da diese Judo-Kata nicht ausgeschrieben, das heißt nicht Bestandteil des Wettbewerbs, war. Sie wird aber unter anderem im Rahmen für die Prüfung zum 3. Dan beziehungsweise 5. Dan verlangt. Die zwanzig Techniken dieser Kata beinhalten auch Schläge auf lebenswichtige Punkte und sind im Randori verboten. Sie werden in die zwei Gruppen Idori (Techniken im Sitzen) und Tachiai (Techniken im Stand) unterteilt. Es kommen auch Waffen, wie das japanische Langschwert (Daito) beziehungsweise Messer (Tanto) zum Einsatz. Diese Selbstverteidigungskata hat seine Wurzeln im traditionellen Jujutsu.

Ein großes Dankeschön auch an die vielen Unterstützer, die die Babelsberger Teilnehmer nach Strausberg begleitet haben.


Ergebnisse der Kata-Meisterschaften:

Nage no kata
1. Mathias Zapf/Valentin Orbke - Kyoko Jänschwalde
2. Michael Zapf/Lukas Stenzel - Kyoko Jänschwalde
3. René Ressler/Manuel Gluske - SV Motor Babelsberg

Katame no kata
1. Michael Lenz/Thomas Wendt - SV Motor Babelsberg

Ju no kata
1. Katja Haike/Manuel Gluske - Motor Babelsberg

Kime no kata - Demonstration
Manuel Gluske/René Ressler - Motor Babelsberg
Matthias Störzner/Thomas Wernitz - TSG Lübbenau

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